Gegen jeden Antisemitismus

Zum Gedenken an den 81. Jahrestag der Reichspogromnacht veranstaltete die antifaschistische Jugendgruppe Li*MO eine Kundgebung am Doberaner Platz. Wir haben uns mit einem Redebeitrag beteiligt:

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 griffen Einheiten der SA gezielt Jüdinnen und Juden und ihre Einrichtungen in Deutschland und Österreich an. 400 Jüdinnen und Juden wurden getötet und viele weitere verhaftet. Synagogen, jüdische Friedhöfe, Wohnungen und Geschäfte von jüdischen Besitzer*innen wurden zerstört. In Rostock begann die Zerstörung erst in den Morgenstunden des 10. Novembers. Die Synagoge wurde in Brand gesetzt und zahlreiche Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört. Insgesamt wütete die SA in Rostock bis in den Nachmittag hinein an mehr als 60 Orten. Im weiteren Verlauf der Novemberpogrome wurden 30.000 Jüdinnen und Juden im Einzugsbereich der Nazis in Konzentrationslagern inhaftiert. Die Pogrome sollten die Arisierung, also die Enteignung jüdischen Eigentums, vorantreiben. Sie markierten den Übergang von den vorherrschenden antisemitischen Einstellungen hin zu einem aktiven Ausleben des Antisemitismus durch weite Teile der Bevölkerung, und damit auch den Übergang von der gesetzlich gestützten Diskriminierung von Jüdinnen und Juden hin zu ihrer gezielten Verfolgung, die in der industriellen Ermordung von mehr als sechs Millionen Jüdinnen und Juden in der Shoa gipfelte.

Mit der militärischen Zerschlagung Deutschlands durch die Alliierten endete zwar die Herrschaft der Nazis, aber antisemitische Vorurteile bestehen bis heute in Teilen der Bevölkerung weiter. Der World Jewish Congress, ein bedeutender Dachverband jüdischer Organisationen außerhalb Israels, hat im Oktober eine Studie zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland veröffentlicht und dabei vor wachsendem Antisemitismus gewarnt. Laut der Studie vertritt ungefähr jeder vierte Deutsche antisemitische Einstellungen. Diese Vorurteile treten dabei in allen Gesellschaftsschichten auf. Der Präsident des World Jewish Congress, Ronald Lauer, sprach davon, dass der „Antisemitismus in Deutschland einen beunruhigenden Höhepunkt erreicht“ habe. Dabei sind die Ergebnisse der Studie keineswegs neu. Die Studien des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die von 2002 bis 2012 durchgeführt wurden, und die „Mitte“-Studien der Universität Leipzig, die seit 2006 erhoben werden, liefern ähnliche Resultate. Die genauen Zahlen schwanken dabei auch bedingt durch unterschiedliche Gewichtungen der verwendeten Fragen und Methodiken. Aktuelle Studien der Leipziger Sozialpsychologen sprechen sogar von einem Rückgang antisemitischer Einstellungen. Diese Schlussfolgerung wurde aber von verschiedenen Seiten zurecht kritisiert. Die Verfasser*innen haben daraufhin eingeräumt, dass der Fokus ihrer aktuellen Untersuchungen auf Islamfeindlichkeit in Deutschland liegt und daher bezüglich des Antisemitismus nur klassische Ressentiments abgefragt wurden. Es gibt also lediglich einen Rückgang klassisch-antisemitischer Vorurteile, während das antisemitische Potential insgesamt gleich bleibt. Vielmehr findet eine Verschiebung hin zu anderen Ausformung des Antisemitismus, wie dem sekundären Antisemitismus und dem Antizionismus, statt. Sekundärer Antisemitismus beschreibt die Ablehnung von Jüdinnen und Juden aus Schuldabwehr gegen die Shoa. In einer Täter-Opfer-Umkehr gebärden sich Mitglieder der Tätergesellschaft als Opfer der Geschichte und sehnen sich nach einem historischen Schlussstrich. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte wird dabei als unnötig und störend empfunden. Antizionismus richtet sich gegen den Staat Israel und die dort lebenden Jüdinnen und Juden. Die verschiedenen Varianten des Antisemitismus sind nicht getrennt zu betrachten und bedingen sich gegenseitig. So zeigt sich etwa die Täter-Opfer-Umkehr auch beim häufig verwendeten Vergleich israelischer Politik mit dem Nationalsozialismus. Sekundärer Antisemitismus und Antizionismus spiegeln sich auch in der Studie des World Jewish Congress durch erhöhte Prozentzahlen in diesen Bereichen wieder. Beispielsweise meinten 41 % der Befragten, dass Jüdinnen und Juden zu viel darüber reden, was ihnen im Holocaust widerfahren sei, und die Behauptung, dass Jüdinnen und Juden den Vorwurf des Antisemitismus verwenden würden um Kritik an Israel abzuweisen, erhielt ähnliche Zustimmungswerte. Die Veränderungen des Charakters des Antisemitismus ist aber keine Entwicklung der jüngeren Vergangenheit, sondern sind stetige Anpassungen des Ressentiments an die sich verändernde Gesellschaft. Auch der rassistisch und biologistisch motivierte Antisemitismus der Nationalsozialisten entwickelte sich ursprünglich aus dem religiös motivierten christlichen Antijudaismus.

Die seit jeher in der Bevölkerung verankerten antisemitischen Einstellungen sind also nach aktueller Studienlage über die letzten Jahre relativ konstant geblieben. Sie traten aber in der jüngeren Vergangenheit bedingt durch gesellschaftliche Entwicklungen deutlich offener zutage, angefangen bei antisemitischen Kommentaren im Internet, über Beleidigungen und körperliche Übergriffe auf Jüdinnen und Juden, hin zu gezielten Angriffen und Mordversuchen. Exemplarisch dafür steht der antisemitische Terroranschlag von Halle.
Der Täter wählte bewusst den höchsten jüdischen Feiertag, Yom Kippur, um eine Synagoge anzugreifen. Er tat dies mit dem Ziel möglichst viele Jüdinnen und Juden zu töten. Viele Aspekte antisemitischen Denkens sind in diesem Fall erkennbar. Der Täter leugnet die Shoa und spricht davon, dass die Jüdinnen und Juden die Welt kontrollieren würden. Solche Verschwörungstheorien sind eine wichtige Säule des Antisemitismus. Anders als bei den Novemberpogromen erfährt diese menschenverachtende Tat aber Widerspruch aus großen Teilen der Bevölkerung und der Öffentlichkeit. Mörderischer Antisemitismus ist im Gegensatz zu ’38 durch die sozialen Normen und Gesetze geächtet.

Trotz der öffentlichen Empörung über die Tat von Halle wird Antisemitismus aber an anderer Stelle häufig ignoriert oder stillschweigend hingenommen. Gerade erst diesen Dienstag wurde ein junger Mann in einem Freiburger Fitnessstudio wegen seiner Kippa angegriffen. Mehrere Umstehende schauten tatlos zu.

Trotz der öffentlichen Empörung über die Tat von Halle erfahren Jüdinnen und Juden wenig Solidarität. Viele überlegen daher Deutschland zu verlassen und nach Israel auszuwandern.

Trotz der öffentlichen Empörung über die Tat von Halle erzielt eine klar antisemitische Partei wie die AfD bei den letzten Wahlen zweistellige Ergebnisse.

Trotz der öffentlichen Empörung über die Tat von Halle wiegen wirtschaftliche und politische Interessen des deutschen Staates schwerer als die Ablehnung des Antisemitismus, wenn es beispielsweise um Handelsbeziehungen zu offen antisemitisch agierenden Regimen wie dem Iran geht.

Wir haben nicht 1938, aber Antisemitismus ist nach wie vor ein gesamtgesellschaftliches Problem. Zeigt euch solidarisch mit Jüdinnen und Juden und tretet jeder Form von Antisemitismus entschlossen entgegen!

Rechter Terror in der DDR – Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus

Wir freuen uns den Historiker Harry Waibel erneut in Rostock begrüßen zu können. Er wird im Cafe Median am 27.11.2019 ab 19 Uhr einen Vortrag zu rechtem Terror in der DDR halten. Die Vortrag veranstalten wir in Kooperation mit Theorie, Kritik & Cocktails.

Rechter Terror in der DDR – Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus

Bis zum Untergang der DDR wurden neonazistische, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewalttaten offiziell als ein Staatsgeheimnis behandelt und über das Ende der DDR hinaus bis in die Gegenwart verleugnet und verdrängt. Etwa 7.000 neonazistische Angriffe bilden numerisch das Hauptgewicht in diesem Spektrum des Grauens, während der Anteil der rassistischen Angriffe bei etwa 725 Vorfällen liegt. Hier sind die Angriffe auf afrikanische, muslimische und kubanische Arbeiter von Bedeutung, da sie das Gros der Opfer darstellen. Der Anteil antisemitischer Angriffe liegt bei etwa 900 und davon sind etwa 145 Schändungen jüdischer Friedhöfe und Gräber.
Ab den 1960er Jahren haben in über 110 Städten und Gemeinden etwa 200 Pogrome bzw. pogromartige Angriffe von Neonazis stattgefunden. Ab den 1970er Jahren gab es über 30 rassistische Angriffe auf Wohnheime von ausländischen Arbeitern, wobei der Anfang ein Wohnheim in Erfurt 1975 war und diese Reihe endete in der DDR im August 1990 als in Trebbin (Bezirk Potsdam) ein Wohnheim für Mosambikaner von etwa 30 Neonazis angegriffen wurde. Die Straftaten haben in etwa 400 Städten und Gemeinden stattgefunden und sie sind ein Ausdruck der in allen Bezirken der DDR aktiven rechten Bewegung, deren organisatorische Zentren über 100 neonazistische Gruppen bildeten.
SED, besonders ihre Führung, nahm die Rechten in der DDR bis Anfang 1988 kaum wahr und sie war dann auch nicht mehr in der Lage entscheidend dagegen vorzugehen. Als ab dem Sommer 1989 Tausende gegen die SED auf Straßen und Plätzen demonstrierten, bildeten dabei die verschiedenen Gruppen der rechten Bewegung ihren, auch gewalttätigen Anteil, am Zusammenbruch der SED-Diktatur. Bei der Wahl am 18. März 1990 zur Volkskammer erzielte die in der „Allianz für Deutschland“ (AfD) zusammengefasste parlamentarische Rechte, mit knapp 50 Prozent die meisten Stimmen und konnte, zusammen mit der SPD und den Liberalen, die Regierung stellen.
Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten haben nach staatlichen Angaben mehrere hunderttausend rechte Propaganda- und Gewaltstraftaten stattgefunden und nach meinen Recherchen gab es in diesem Zeitraum über 370 Tote und tausende Verletzte und der Anteil der Täter stammt überproportional (4:1), d. h. gemessen an der Zahl der Einwohner, aus den neuen Ländern im Osten. Diese Struktur lässt sich ebenfalls in Berlin feststellen, wenn man die Berliner Bezirke im Osten und im Westen vergleicht. Fälschlicherweise wurde behauptet, diese Entwicklung wäre ausschließlich den ökonomischen, sozialen und politischen Verwerfungen seit dem Vereinigungsprozess geschuldet.
In beiden deutschen Staaten gab es Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus. Sie bilden die historischen Voraussetzungen dafür, dass es in der Gegenwart zu den brandgefährlichen gesellschaftspolitischen Verhältnissen kommen konnte. Ausgangspunkt für diese Entwicklung war die in beiden deutschen Staaten gescheiterte Entnazifizierung.

Nice to Beat You!

Für den 20.07. haben die Identitären zu einer Demonstration durch Halle aufgerufen. Wir dokumentieren den Aufruf zu den Gegenprotesten. Weitere Informationen findet ihr: hier.


Aufruf

Die Identitäre „Bewegung“ lädt am 20. Juli 2019 nach Halle/Saale zu einer Demonstration am Hauptbahnhof und einem „Straßenfest“ vor dem rechten Hausprojekt „Flamberg“ ein. Diesem Aufruf werden wir mit den besten antifaschistischen Absichten folgen.

Mit dem „gescheiterten“ Hausprojekt (O-Ton A. Lichert, AfD), einer kaum wahrnehmbaren öffentlichen Präsenz und laufenden Gerichtsverfahren gegen einige Mitglieder steht es um die selbsternannte „Identitäre Bewegung“ in Halle nicht allzu gut. Über Halle hinaus ist es ebenfalls eher still um die Möchtegern-Bewegung geworden. Angekündigte Großdemonstrationen und Gatherings in Berlin, Wien oder gar Dresden haben eher die Beschränktheit der eigenen Klientel als das Aufkommen einer neuen patriotischen Jugend bewiesen. Schlagzeilen liefern sie lediglich durch neuerlich bekannt gewordene Verstrickungen in Gewalttaten sowie rechte bis rechtsterroristische Netzwerke und die Funde aus polizeilichen Hausdurchsuchungen.

Fakt ist jedoch, dass Halle nach wie vor ein wichtiger Vernetzungspunkt für die Neue Rechte darstellt. Die Nähe zum „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda, die 14 eingefahrenen Prozentpunkte bei der diesjährigen Stadtratswahl für die AfD, ein Sitz für die Campus Alternative im Studierendenrat der Martin-Luther-Universität und die gekaufte Immobilie in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 lassen Halle als attraktiven Standort für (neu-)rechte Umtriebe erscheinen. Die letzten Jahre haben den einzelnen Mitgliedern der Identitären jedoch etwas anderes bewiesen.

Wir wissen, dass man eigentlich nicht nachtritt, wenn jemand schon am Boden liegt. Trotzdem rufen wir hiermit dazu auf den 20. Juli zum Desaster für die Identitären und ihren Symphathisant*innen zu machen! Ihren Aktionen gilt es wie immer konsequent und mit allen Mitteln zu begegnen!

Identitäre in Halle? – Nice to Beat You!

Bildungsfahrt nach Terezin

Unsere diesjährige Bildungsfahrt führte uns nach Terezin in Tschechien, das allgemein eher unter seinem deutschen Namen Theresienstadt als ehemaliges Konzentrationslager bekannt ist. Nachdem wir in den letzten beiden Jahren jeweils einen Tagesausflug nach Fürstenberg an der Havel zu dem ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück unternommen haben, haben wir uns dieses Jahr für eine mehrtägige Fahrt in die tschechische Republik entschieden. Wir wollten so neue Eindrücke gewinnen und uns mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Die Fahrt wurde durch eine Filmvorführung der Dokumentation „Liga Terezin“ im Rahmen des Poldo im Peter-Weiss-Haus vorbereitet. Der etwa einstündige Film beleuchtet die Rolle von Fußball im Konzentrationslager Theresienstadt und ist in einer Zusammenarbeit von Mike Schwartz, Avi Kanner, Uri Buzaglo und Rubi Gat mit dem Beit Theresienstadt Museum in Israel entstanden. Der jüdischen Selbstverwaltung des Lagers war es gestattet kulturelle Ereignisse und allgemeine Aktivitäten zu organisieren, dazu gehört eben auch die Ausrichtung einer Fußball-Liga mit Auf- und Absteigern, Pokalwettbewerben und einer Jugendliga. Der tschechische Sportjournalist Frantisek Steiner hat dieses Thema in seinem Buch „Fußball unterm gelben Stern: Die Liga im Ghetto Theresienstadt 1943-44“ ausführlich beleuchtet. Frantiseks Steiners Vater war in Theresienstadt inhaftiert. Er selbst wurde zur Zeit des Nationalsozialismus ebenfalls verfolgt und war in einem anderen Lager interniert. Zur letztjährigen Fahrt nach Ravensbrück hatten wir ebenfalls einen begleitenden Vortrag organisiert. Das Thema des Veranstaltung und Schwerpunkt der Bildungsfahrt waren damals Menschen, die im Nationalsozialismus als sogenannte „Asoziale“ verfolgt wurden.

Theresienstadt wurde Ende des 18. Jahrhunderts unter Kaiser Josef II. als Festungsstadt gegründet und nach seiner Mutter, Kaiserin Maria Theresia, benannt. Die Stadt wurde am strategisch wichtigen Zusammenfluss von Elbe und Eger gebaut und sollte das Eindringen feindlicher Kräfte nach Böhmen verhindern und den Wasserverkehr auf der Elbe überwachen. Die Stadt besteht aus der Hauptfestung und der sogenannten kleinen Festung, die durch die Eger getrennt werden. Beide Festungen werden von Gräben und massiven Mauern umgeben, die sternförmig angeordnet sind. Ein Großteil der Maueranlagen ist auch heute noch intakt. Unterhalb der Mauern verlaufen kilometerlange Tunnelanlagen. Während unseres Besuchs in der Stadt konnten wir sowohl die Befestigungsanlagen als auch einige der Tunnel erkunden. Die Fertigstellung der Festungsstadt nahm ungefähr ein Jahrzehnt in Anspruch.

Theresienstadt wurde nie angegriffen, veraltete mit der Zeit und wurde in eine Garnisonsstadt umgewandelt. Die kleine Festung wurde später als Strafanstalt genutzt. Einer der bekanntesten Häftlinge war Gavrilo Princip, der mit seinem Attentat auf den österreich-ungarischen Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Chotek entscheidend zum Ausbruch des ersten Weltkriegs beitrug. Bei der Besichtigung seiner Zelle, in der er auch starb, stießen wir auf ein Blumengebinde. Diese werden dort regelmäßig von Serben, die Princip zum Helden verklären, abgelegt. Durch die Abtretung des sogenannten Sudetenlandes im Rahmen des Münchner Abkommens 1938 und die abschließende Besetzung der restlichen Tschechoslowakei im März 1939 kam Theresienstadt in den Einflussbereich des nationalsozialistischen Deutschlands. Die kleine Festung wurde 1940 in ein Gestapo-Gefängnis umgewandelt.
Im Rahmen unser Bildungsfahrt erhielten wir eine Führung über das Gelände der kleinen Festung. Die Besichtigung begann im ehemaligen Aufnahmebereich, von dem aus die Häftlinge durch einen Torbogen mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ zu ihren Zellen gehen mussten. Diese Aufschrift wurde auf Befehl des Lagerkommandanten Heinrich Jöckel angebracht, der damit das Tor in Auschwitz nachempfinden wollte. Wir besichtigten u.a. mehrere Zellentrakte, die Krankenstation, den Duschtrakt, die Befestigungsanlage und den Hinrichtungsplatz. Dadurch, dass die Anlage noch sehr gut erhalten ist, wurde die Vergangenheit greifbarer als z.B. in Ravensbrück. Als ein Beispiel dafür kann die Strafzelle genannt werden in die 50 bis 60 Häftlinge eingesperrt waren und die kaum genug Platz für unsere Reisegruppe von weniger als 20 Menschen bot. Sehr beklemmend, wie eigentlich das ganze Gelände, war der Duschtrakt. Auch wenn die Häftlinge hier ihre wöchentliche Dusche erhielten, so weckte er doch bei einigen Teilnehmer*innen Assoziationen zu den Gaskammern in anderen Lagern, die es aber in Theresienstadt nie gegeben hat. Die Führung wurde durch einen kurzen Film über die Geschichte Theresienstadts abgeschlossen. Zusätzlich zu der neueren Dokumentation wurden uns Auszüge aus dem 1944 gedrehten Propagandafilm „Theresienstadt. Ein Film aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ gezeigt. Der Film sollte der Weltöffentlichkeit vorgaukeln, dass die Juden in Theresienstadt ein ganz normales Leben führten. Auch bei Inspektionen durch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes wurden Teile des Konzentrationslagers hergerichtet und so der Eindruck, dass Theresienstadt eine normale Stadt sei, weitestgehend erfolgreich vermittelt.

In der Hauptfestung und ehemaligen Garnisonsstadt wurde ab November 1941 ein Sammel- und Durchgangslager eingerichtet. Das Lager wurde als Ghetto Theresienstadt und auch als jüdischer Wohnbezirk bezeichnet, dies diente sowohl der Täuschung der Öffentlichkeit als auch der Inhaftierten. Im Lager wurden zuerst Juden aus dem neu eingerichteten Reichsprotektorat Böhmen und Mähren inhaftiert. Ab der Wannseekonferenz 1942 wurden dann ältere und prominente Juden (also z.B. Professoren, Ärzte und Sportler) aus allen Teilen Europas, die die Nazis erobert hatten, nach Theresienstadt gebracht. Das Lager war kein Vernichtungslager wie Auschwitz, aber trotzdem starben dort viele Menschen durch die schwere Arbeit und die schlechten Lebensbedingungen. Durch die schlechten hygienischen Bedingungen gab es im Lager immer wieder Epidemien, z.B. Typhus und Fleckfieber. Der jüdischen Selbstverwaltung in Theresienstadt war es gestattet, das Lagerleben teilweise mitzugestalten, so sollte die Funktion des Lagers verschleiert werden und die Juden und Jüdinnen davon abgehalten werden Widerstand zu leisten. Im Laufe des Krieges waren ungefähr 140.000 Menschen im Konzentrationslager inhaftiert. Davon starben 30.000 in Theresienstadt und 90.000 wurden nach Auschwitz deportiert. Am 8. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager durch die sowjetischen Panzer, die auf dem Weg nach Prag waren, befreit. Auch nach der Befreiung starben noch viele Inhaftierte an der grassierenden Fleckfieber-Epidemie. Von 1945 bis 1948 wurde die kleine Festung als Internierungslager für Deutsche verwendet. Theresienstadt diente dann bis 1996 als Garnisonsstadt für die tschechische Armee und konnte sich erst danach zu einer zivil genutzten Stadt entwickeln. Heute gibt es in der Stadt neben den Museen und historischen Gedenkorten auch ein Hotel, kleine Geschäfte, Gaststätten, einen Campingplatz und sogar eine Grundschule.
Unsere Unterkunft war ebenfalls direkt in der Stadt. Es ist dabei etwas surreal in dieser Stadt zu sein und den Alltag dort zu beobachten, wenn man sich ihrer Geschichte bewusst ist. Menschen leben in Häusern, die im Konzentrationslager als Baracken genutzt wurden, oder bringen dort ihre Kinder zur Schule. Das ist schwer miteinander in Einklang zu bringen. Wir besuchten in der Stadt das Ghettomuseum und die ehemaligen Magdeburger Kasernen, in der verschiedene Ausstellungen untergebracht sind. Andere Orte, die wir besichtigen konnten, waren ein jüdischer Gebetsraum, die Totenkammern, das Kolumbarium, in dem Asche von Toten gelagert wurde, das Krematorium und die Gleise, auf denen die Menschen in den fast sicheren Tod nach Auschwitz deportiert wurden. Das Krematorium empfanden dabei einige Teilnehmer*innen als besonders beklemmend, da hier anders als in den meisten anderen Konzentrationslagern die Verbrennungsöfen noch erhalten sind. Die Öfen wurden von den Nazis meistens als Erstes zerstört, um ihre Verbrechen zu verschleiern.

Ein wichtiger Teil von Auseinandersetzung mit der historischen Vergangenheit ist das Gedenken an die Verstorbenen. In Theresienstadt gibt es mehrere Friedhöfe und Gedenkstätten. Auf dem Nationalfriedhof vor der kleinen Festung wurden aus Massengräbern exhumierte Tote aus der kleinen Festung und Konzentrationslagern in den umliegenden Städten begraben. Für die jüdischen Toten gibt es einen jüdischen Friedhof außerhalb der Stadt. Auf dem Friedhof liegt die Allee der Nationen, wo auf 13 Obelisken die Namen der Staaten, deren Angehörige inhaftiert waren, verewigt sind. In der Nähe des jüdischen Friedhofs gibt es auch ein Mahnmal für sowjetische Soldaten mit Gräbern von 49 Rotarmisten. Am Ufer der Eger ist eine weitere Gedenkstätte, da dort im November 1944 die Asche von 22.000 Toten in den Fluss geworfen wurde.
Den zweiten Tag konnten die Teilnehmer*innen individuell gestalten. In der Umgebung von Theresienstadt liegen die Städte Litoměřice (Leitmeritz) und Lovosice (Lobositz). In beiden Städten lagen Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg und in Leitmeritz wurden in einer unterirdischen Fabrik Motorenteile produziert. Am Ufer der Elbe liegen auch mehrere Burgen und Burgruinen wie etwa die Burg Střekov. Hier soll der antisemitische Komponist Richard Wagner zu seiner Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ inspiriert worden sein.

Die Teilnehmer*innen zogen nach der Fahrt ein positives Fazit. Es konnten viele neue Eindrücke und Erkenntnisse gesammelt werden. Dabei waren gerade die zahlreichen erhaltenen Gedenkorte hilfreich. Sehr vorteilhaft war, dass alle Teilnehmer*innen ein umfangreiches Vorwissen besaßen, und die meisten Teilnehmer*innen vorher bereits Konzentrationslager oder andere Gedenkstätten der nationalsozialistischen Verbrechen besucht hatten. Dadurch war die gebotene Sensibilität für das schwierige Thema gewährleistet und es konnte sich gegenseitig bei der Verarbeitung und Reflexion des Gesehenen unterstützt werden. Die Fahrt war reich an unterschiedlichen Erfahrungen und intensiven Eindrücken und der gewählte Zeitrahmen erwies sich als sinnvoll.

Die Fahrt wurde durch den Initiativenfonds der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.

TddZ in Chemnitz

Mit großem Vorsprung hat sich Chemnitz im Kaltort-Ranking 2018 gegen die starke bundesdeutsche Konkurrenz durchgesetzt. Für die Abstimmenden gab es keinen Zweifel, an keinem Ort zeigte sich die hässliche Fratze der völkischen Mobilisierung deutlicher und unverhülter als im ehemaligen Karl-Marx-Stadt. Auf Facebook könnt ihr die Kaltort-Abstimmung mit Kommentierungen verfolgen, hier im Blog findet ihr die Siegesbegründung und vor allem die Beschreibung der Situation vor Ort:

Auch wenn Chemnitz vorher kein Unbekannter war, so haben 2018 die ungehemmte Gewalt, diverse Fanale und Schulterschlüsse ein neues Zeitalter in der Betrachtung rassistischer Mobilisierungen eingeläutet.

Tag der deutschen Zukunft 2019 in Chemnitz verhindern

In dieser Stimmung findet am 1. Juni in Chemnitz der sogenannte “Tag der deutschen Zukunft” statt. Mit dem einst recht erfolgreichen Demonamen soll sich die rassistische Grundstimmung in der Stadt nun erneut auf der Straße manifestieren. Dagegen regt sich glücklicherweise Widerstand, zumal die sächsische Polizei in Chemnitz bereits mehrfach ihren Unwillen, das rechte Treiben in der Stadt zu beenden, bewiesen hat. Klingelt also eure Bezugsgruppen zusammen und checkt Chemnitz Nazifrei (Twitter) & die Antifa [veto] (Blog) für weitere Infos zu Anreise und Aktionen.

Politische Gefangene im Iran

An der heutigen Kundgebung der Roten Hilfe Rostock zum Tag der politischen Gefangenen beteiligten wir uns mit einem Redebeitrag zu den politischen Gefangenen im Iran.

„Zum Nationalfeiertag der islamischen Republik Iran übermittle ich Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, meine herzlichen Glückwünsche.“ mit diesen Worten wand sich der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit einem offiziellen Glückwunsch-Telegramm an die Regierung in Teheran. Was bei demokratischen Staaten ein normaler diplomatischer Vorgang ist, entspricht in diesem Fall dem Hofieren eines islamistischen Regimes, das seit 40 Jahren Menschenrechte im In- und Ausland mit Füßen tritt. Der Präsident und das Parlament werden im Iran zwar von der Bevölkerung gewählt. Die politische Macht liegt aber beim Staatsoberhaupt, dem Rahbar, und dem Wächterrat, die die sozialen, kulturellen und religiösen Normen, Werte und Gesetze festlegen. Der Wächterrat schlägt zusätzlich alle Kandidat*innen für politische Ämter vor. Diese Vorauswahl widerspricht dem Prinzip freier Wahlen deutlich. Politischen Oppositionellen ist es somit nicht möglich in fairer Weise am Parlament zu partizipieren. Darüber hinaus geht das Regime hart gegen politische Oppositionelle, ethnische und religiöse Minderheiten, Frauen, Homosexuelle und auch gegen Menschen, die mit Drogen handeln oder diese konsumieren, vor. Die Betroffenen der Verfolgung haben weder rechtsstaatliche Gerichtsverfahren noch eine menschenwürdige Behandlung durch die staatlichen Organe zu erwarten. Die möglichen Bestrafungen durch das Regime umfassen lange Haftstrafen, Missbrauch, Folter und Misshandlungen, bis hin zur Todesstrafe durch Erhängen und Steinigen. Der undemokratische Charakter und die augenscheinliche Missachtung der Menschenrechte halten die Bundesregierung nicht von politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Iran ab. Deutschland trägt z.B. das schwache Atomabkommen mit und lässt sich dabei von der iranischen Regierung unter Druck setzen, die mit einer militärischen Weiterführung ihres Atomprogramms droht. Obwohl das Existenzrechts Israels als Schutzstaat aller Jüdinnen und Juden zur deutschen Staatsräson gehört, hält sich die Regierung mit deutlicher Kritik an dem antisemitischen Charakter des Regimes zurück. Der Iran lehnt nicht nur das Existenzrechts Israels ab, sondern forciert in letzter Konsequenz die Vernichtung des Staates Israels mit allen seinen Bürger*innen. Die Bundesrepublik unterhält seit der „Iranischen Revolution“ Ende der siebziger Jahre enge wirtschaftliche Beziehung mit dem iranischen Regime und ist einer der Hauptexporteure in das Land. Um dieses profitable Geschäft aufrecht zu erhalten, ist Deutschland sogar bereit internationale Sanktionen mittels einer eigens dafür geschaffenen Institution zu umgehen und somit die Beziehungen zu anderen wichtigen Partnern zu gefährden. Die enge Verknüpfung mit dem Iran wirkt sich auch auf Einzelne aus. Für Menschen aus dem Iran ist es äußerst schwierig in der Bundesrepublik Asyl zu erhalten. Oft werden Nachweise für die politische Verfolgung und Folterungen verlangt, die die Betroffenen nur schwer liefern können. Unabhängig vom Umgang offizieller Stellen mit dem Iran tun sich auch Teile der emanzipatorischen und antirassistischen Akteure in Deutschland schwer damit Kritik am iranischen Regime zu äußern. Häufig sind der Grund dafür eine kulturelle Relativierung des Islamverständnisses der Machthaber und ein postmodernes Verständnis des Antirassismus. Beispielsweise lehnen viele iranische Frauen das Kopftuch als Unterdrückungssymbol einer patriarchalen Gesellschaftsordnung ab und weigern sich darum es zu tragen. Im Gegensatz dazu verteidigen einige Linke in Deutschland das rituelle Kleidungsstück als vermeintliches Zeichen religiös-kultureller Selbstbestimmung. Dies steht konträr zu einem emanzipatorischen Ansatz linker Religionskritik und universeller Menschenrechte. Das Unbehagen, sich dabei kritisch mit dem theokratischen Regime und dem Islam generell auseinanderzusetzen, resultiert teilweise aus der Angst rassistische Denkmuster zu reproduzieren und kann zu einer mangelnden Bereitschaft führen, sich mit den politischen Gefangenen im Iran zu solidarisieren. Wir appellieren daher an euch: Zeigt euch solidarisch mit den politischen Gefangen im Iran und weltweit! Solidarität ist eine Waffe!

Die Wartburgstadt in Wanken bringen

Für den 16.03.2019 ruft irgendwoindeutschland zu einer Demonstration durch Eisenach in Thüringen auf. Eisenach ist ein gutes Beispiel dafür, dass es rechte Hegemonie nicht nur in Kleinstädten und Dörfern gibt. Die Demonstration startet 15 Uhr am Hauptbahnhof.

Die Wartburgstadt ins Wanken bringen!
Antifa in die Offensive!
Rechte Hegemonie durchbrechen!

Aufruf zur bundesweiten antifaschistischen Demonstration in Eisenach am 16.03.2019

Rechte Mobilisierung und rassistische Vorfälle, wie sie zuletzt in Chemnitz zu beobachten waren, ziehen immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. In der Berichterstattung erscheinen diese als besondere Einzelfälle, die alltägliche bundesdeutsche Realität gerät oftmals aus dem Blick: Über rassistisch motivierte Angriffe sowie Überfälle auf politisch Andersdenkende legt sich der bürgerliche Konsens des Schweigens und Verharmlosens. Dies ist Alltag in vielen Orten. Irgendwo in Deutschland ist es immer unerträglich. Auch in Thüringen.
Thüringen kann nicht nur einige rechte Hotspots wie Kahla, Ballstädt und Hildburghausen aufweisen. Thüringens kommerziell erfolgreiche Rechtsrockindustrie versammelt regelmäßig mehrere tausend Besucher*innen in Orten wie Themar. In Thüringen entstand mit THÜGIDA der erfolgreichste PEGIDA-Ableger in Deutschland. Der thüringische AfD-Landesverband zeigt sich als besonders völkisch-nationalistisch…
Die Ignoranz gegenüber rechter Gewalt, wie sie sich auch in Thüringen zeigt, folgt einer langen Tradition. Die Verwobenheit von Neonazi-Strukturen mit (klein-)städtischen Gemeinwesen hat verheerende Folgen: Bewohner*innen decken rassistische Übergriffe oder befürworten sie sogar und die lokale Politik diskreditiert Widerstand gegen diese Zustände als ‚Nestbeschmutzung‘. Auch in Eisenach.
Deshalb werfen wir an diesem Ort beispielhaft ein Schlaglicht auf die Realitäten der deutschen ‚Volksgemeinschaft‘. Wir wollen aufmerksam machen auf die zahlreichen neonazistischen Gewalttaten der letzten Jahre. Und wir wollen auf eine Stadt zeigen, in der solche Übergriffe heruntergespielt und stattdessen Neonazis hofiert werden. Unser Ziel ist es, die rechte Hegemonie in Eisenach anzugreifen, die engagierten Antifaschist*innen vor Ort zu unterstützen und aufzuzeigen, was an vielen Orten in Deutschland Realität ist.
Das Bündnis Irgendwo in Deutschland ruft alle Antifaschist*innen dazu auf, am Samstag den 16.03.2019 nach Eisenach zu kommen!
Gegen die deutschen Zustände, in Eisenach und überall! Gegen die autoritäre Formierung!

Kontinuität rechter Gewalt

Seit einigen Jahren ist in Eisenach ein deutlicher Anstieg an rassistisch und neonazistisch motivierten Übergriffen und Taten zu verzeichnen. So griffen im Frühjahr 2017 zehn bewaffnete Neonazis eine Lesung mit einem linken Fotojournalisten an. Einige Monate später wurde der Gedenkstein für die ehemalige Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert. Am 8.10.2017 wurde ein 58-jähriger Mann von drei Personen rassistisch beleidigt und verletzt. Am darauffolgenden Wochenende wurde ein Bandmitglied der linken Band Gloomster von zwei Personen mit Pfefferspray angegriffen und mit Schlagstöcken ins Krankenhaus geprügelt. Selbst Kinder und Jugendliche werden von Neonazis bedroht, wie an einer Schule in der Südstadt ebenfalls im Herbst 2017. Von Februar bis April 2018 initiierte die NPD drei rassistische Demonstrationen unter dem Titel „Wir sind das Volk“, denen bis zu 250 Personen folgten. Im September 2018 griffen Kevin Noeske und fünf weitere Neonazis unvermummt in einem Imbiss Linke an. Die gerufene Polizei tauchte erst nach 50 Minuten auf und rechtfertigte ihr spätes Erscheinen damit, dass es in Eisenach Wichtigeres gäbe. Eine Woche später wurde der oben genannte Gedenkstein erneut beschädigt. Die mutmaßlich verantwortlichen Neonazis, die in der Nähe aufgegriffen wurden, trugen nicht nur Pfefferspray, sondern auch Schlagringe und Elektroschocker bei sich. Zudem gab es immer wieder Angriffe und Drohungen gegen das offene Jugend- und Wahlkreisbüro RosaLuxx. Im Vorfeld der Tanzdemo am 13.10.2018 wurde das Büro mit roter Farbe beschmiert und auf dem Boden Morddrohungen hinterlassen.
Diese Angriffe und politischen Aktivitäten von Rechten, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen, müssen ernstgenommen und gestoppt werden!

Rechte Hegemonie

Das Erstarken der Neonaziszene in Eisenach wurde durch die Gleichgültigkeit der Eisenacher Einwohner*innen befördert, zum Teil sogar durch offene Zustimmung gestützt.
Mittlerweile prägen Neonazis und andere Rassist*innen das Stadtbild und dominieren die jugend- und subkulturellen Angebote im Umkreis. Wer durch Eisenach spaziert, bemerkt schnell die vielen gesprühten Keltenkreuze, diverse „Nazikiez“-Graffiti und sogar namentliche Drohungen gegen Antifaschist*innen an öffentlichen Hauswänden. Die Stadtverwaltung stören diese Symbole und Schriftzüge jedoch nicht und so bleiben sie oft jahrelang bestehen.
Mit dem Ziel, linke und rechte Künstler*innen zusammenzubringen, stellte die Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH eine Bahnunterführung für eine Graffiti-Aktion zur Verfügung. Der beauftragte Sprayer Max Kosta holte dazu wissentlich den gewalttätigen Neonazi Kevin Noeske ins Boot. Verantwortlich für den Großteil der Nazi-Sprühereien in Eisenach, durfte dieser sich dann dort ganz legal verewigen.
Außerdem bestimmen rechte Gruppen unter wechselndem Namen das Jugendangebot der Stadt. Der Nationale Aufbau inszeniert sich tagsüber als verantwortungsbewusste, „heimatliebende“ Jugend, beispielsweise durch die Säuberung öffentlicher Grünanlagen. Nachts sprayen sie dann großflächig und machen damit ihre Dominanz im Stadtbild sichtbar. Auch gründete sich 2017 eine Bürgerwehr, deren Facebook-Gruppe Sicherheit für Eisenach knapp 2000 Follower*innen hat, die Gruppe Bürgerwehr Untersuhl, Gerstungen und Umgebung aus dem benachbarten Ort zählt über 2700. Über diese Gruppen verlaufen zahlreiche direkte Kontakte zu organisierten Neonazis und Reichsbürger*innen.

Burschenschaften & Co.

Eisenach kann jedoch mit mehr aufwarten als gut integrierten Neonazi-Kameradschaften. Die Deutsche Burschenschaft, die als Dachverband der sogenannten „schlagenden Verbindungen“ fungiert, initiiert jedes Jahr den Deutschen Burschentag in Eisenach. Feministische Gegenproteste von außerhalb konnten vor Ort nicht Fuß fassen, sodass es seit 2015 keinen öffentlichen Widerspruch mehr gibt. Federführende Mitglieder der Deutschen Burschenschaft haben in den vergangenen Jahren mit rechtsradikalen Positionen auf sich aufmerksam gemacht. So wurde beispielsweise gefordert, dass potentielle Mitglieder neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch einen „Ariernachweis“ erbringen sollten. Hier agieren Neonazikader wie Philip Stein, seinerseits Mitbegründer der rechten NGO Ein Prozent, Inhaber des rechten Verlages Jungeuropa und Vorsitzender der Nazi-Burschenschaft Germania in Marburg. Stein attackierte zusammen mit anderen Neonazis auf dem Landeskongress der Jungen Alternative Hessen 2017 mehrere Journalist*innen. Auch die neurechte Identitäre Bewegung ist in Eisenach aktiv. Diese traten hier erstmals durch eine Banneraktion an der Wartburg in Erscheinung.

Die AfD in Eisenach

Wie überall im Land, macht sich auch in Eisenach so langsam die AfD breit. So ist seit 2014 der Sprecher des Landesvorstandes in der Stadt angekommen. Stefan Möller, der in der bestehenden Legislatur ein Abgeordnetenmandat im Thüringer Landtag inne hat, öffnete in Eisenach ein Bürgerbüro der AfD. 2018 trat die Partei das erste Mal politisch in Erscheinung. Die AfD stellt zur Oberbürgermeisterwahl in 2019 einen Kanditen: Gregor Modos, derzeit Referent der AfD-Landtagsfraktion. Modos sieht als Schwerpunkt in Eisenach, die Linksextremen. Er sagte selbst: „Linksextremismus ist in Eisenach eine große Gefahr, diese tritt massiv im Stadtbild auf.“ Eines seiner Ziele im Wahlkampf ist die Ordnungsbehörde zu reformieren und mit Hunden und ehemaligen Feldjägern der Bundeswehr zu besetzen.
Am 24.4.2018 wollten Vertreter*innen der AfD, unter anderem Björn Höcke, vor dem Opelwerk in Eisenach gemeinsam mit Mitarbeiter*innen für den Erhalt des Werkes demonstrieren. Gewerkschaftsmitglieder und Mitarbeiter*innen von Opel drängten die AfD’ler ab und verwehrten ihnen den Zutritt zur Kundgebung.
Am 1. Mai 2018 organisierte die AfD in Eisenach eine große Kundgebung. Neben Redebeiträgen von Höcke und Jürgen Pohl (Mitglied im Bundestag) war auch Lutz Bachmann als Ehrengast vor Ort.
Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen in Eisenach und es bleibt abzuwarten, in welcher Stärke die AfD in den Stadtrat einzieht.

Das Flieder Volkshaus

Ein zentraler Ort der Begegnung organisierter Neonazis verschiedener Strömungen und Eisenacher Einwohner*innen ist das Flieder Volkshaus. Die Immobilie im Eisenacher Stadtkern wurde im Jahre 2014 von der NPD erworben und dient seither als Austragungsort für Parteiveranstaltungen, rechte Vorträge, Konzertabende und als Treffpunkt für internationale Neonazi-Strukturen wie Combat 18. So spielten hier bereits die Neonazibands Die Lunikoff Verschwörung, Oidoxie und Kategorie C, während zu anderer Zeit die vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck vortragen konnte.
Das Haus fungiert nebenbei auch als Landesgeschäftsstelle der NPD, wo unter anderem der ehemalige NPD-Landeschef und gebürtige Eisenacher Patrick David Wieschke verkehrt. Er ist seit den 1990er Jahren aktiver Neonazi und war Mitglied des Thüringer Heimatschutzes, der Gruppe, aus welcher der NSU hervorging. Im Jahre 2000 organisierte Wieschke einen Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach. Zudem wird davon ausgegangen, dass er Kontakt zum NSU-Kerntrio hielt.
Das Flieder Volkshaus wird außerdem regelmäßig für private Veranstaltungen an die Einwohner*innen der Stadt vermietet, die dort z.B. Familienfeiern abhalten. Es gibt wenig Berührungsängste mit dem rechtsradikalen Veranstaltungszentrum und kaum Hemmungen, die Räume mit gewalttätigen Neonazis zu teilen. So werden über Hochzeiten und Kindergeburtstage die rechten Strukturen mitfinanziert.

Der NSU in Eisenach

Der NSU hatte viele Verbindungen nach Thüringen und enttarnte sich nach einem Banküberfall in Eisenach 2011 selbst. Nachdem die beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in dem Eisenacher Stadtteil Stregda entdeckt wurden, begingen sie Suizid. In den Ermittlungsakten finden sich Hinweise auf lokale Neonazis, die jedoch nie weiterverfolgt wurden. Auch in diesem Zusammenhang zeigt sich, dass das Interesse der Eisenacher Einwohner*innen an den Verbindungen des NSU mit hiesigen Neonazi-Strukturen und der Einbindung des Ortes in die Verbrechen des NSU sehr gering ist. Bei der letzten Gedenkveranstaltung für die Opfer des NSU im November 2017 beteiligte sich so gut wie keine Zivilgesellschaft.
Im Flieder Volkshaus werden dagegen ungestört und unbeachtet Spenden für die Prozesskosten von André Eminger gesammelt, dessen Beteiligung am NSU inzwischen auch gerichtlich nachgewiesen ist.

Abwehr und Verharmlosung

In Eisenach zeigt sich beispielhaft, wie eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Ignoranz und stiller sowie offener Zustimmung mitverantwortlich dafür ist, dass Rechte in Eisenach wie überall in Deutschland Aufwind haben. Diese Entwicklung wird durch ein komplexes Zusammenwirken von einzelnen Akteur*innen, gesamtgesellschaftlicher Akzeptanz und dem Herunterspielen durch staatliche Institutionen getragen.
Die Stadt Eisenach inszeniert sich als ‚reflektierte Kulturstätte‘, während zugleich rassistische und neonazistische Umtriebe als Handlungen ‚besorgter Bürger*innen‘ verharmlost werden. Im Jahr 2017 erklärte die Polizei entschlossen: „Eisenach ist kein Angstraum“, obwohl sie mehrfach zu Übergriffen hinzugerufen wurde. Dass Eisenach sehr wohl ein Ort der Angst ist, wissen die Betroffenen der Gewalt leider nur allzu gut – alle anderen interessiert es nicht.
Dies ist nicht spezifisch für Eisenach, sondern ein allzu bekanntes gesamtgesellschaftliches Muster: Rechte Gewalt wird verharmlost, die Übernahme politischer Verantwortung verweigert. Rechtstaatliches Image und deutsche Realität klaffen immer weiter auseinander.

Antifaschistisches Engagement

Doch gibt es in Eisenach seit Jahren auch Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus, Intoleranz und Ausgrenzung einsetzen – zum Beispiel das “Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach”, welches aus verschiedenen Parteien und Verbänden besteht. Regelmäßig organisiert dieses Aktionen für Vielfalt, Religionsfreiheit und gegen Faschismus. Eine parteiunabhängige, autonome Gruppe stellt die “Antifaschistische Linke Eisenach” dar. Diese organisierte in jüngster Vergangenheit eine Tanzdemonstration und versucht mit dezentralen Aktionen, den anhaltenden rechtsextremen Tendenzen etwas entgegenzusetzen. Des weiteren besitzt die Thüringer Landtagsabgeordnete Kati Engel (Die Linke) ihr Jugend- und Wahlkreisbüro “RosaLuxx.” in Eisenach. Das Büro wurde schon mehrfach Zielscheibe für politisch motivierte Sachbeschädigung. Auch gibt es viele junge, alternative Menschen, die immer wieder Opfer von gewalttätigen Übergriffen seitens rechtsextremen Gruppierungen werden. Seit kurzem existiert auch wieder eine “Linksjugend”. Auch Eisenacher Punkbands wie bspw. Gloomster engagieren sich seit Jahren gegen die anhaltenden Zustände.

Mit dem Ziel den rechten Konsens etwas entgegenzusetzen und sich trotz der ständigen Bedrohung durch Neonazis zu organisieren, kam der jährlich an wechselnden Orten im Freistaat stattfindende antifaschistische & antirassistische Ratschlag Thüringen nach Eisenach. So fand der 28. Ratschlag Anfang November 2018 statt. Die Teilnehmer*innen wurden mehrfach von mehreren stadtbekannten Neonazis angegriffen, die unter anderem mit Baseballschlägern bewaffnet waren.

In der Stadt erfahren die antifaschistischen Bemühungen wenig Rückhalt. Das CDU-Kreisvorstandsmitglied Lars-Christian Schröder beschimpfte Aktivist*innen auf Facebook gar als „linke Seuche“ und „Pack“. Nicht zuletzt daran wird deutlich, dass viele Parteipolitiker*innen nicht die gewalttätigen Übergriffe, rechten Symbole oder Neonazi-Konzerte als Bedrohung werten, sondern den Widerstand gegen diese Zustände.

Darum Eisenach

Die Eisenacher Zustände sind dabei als Spiegel gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse und rechter Hegemonie in deutschen (Klein-)Städten zu verstehen: Neonazis verschiedener Organisationen mit etablierter Infrastruktur, rechte Dominanz in Stadtbild und Jugendkultur, regelmäßige rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen, Einschüchterungen antifaschistischer Aktivist*innen und eine Mehrheitsgesellschaft, die davon nichts wissen will.
Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer autoritären Wende der gesamten Gesellschaft: steigende Zahlen rassistischer und antisemitischer Angriffe, Etablierung der AfD in allen Landesparlamenten und im Bundestag, Übernahme rechter Inhalte durch Politiker*innen von CSU bis Linkspartei (in verschiedenen Abstufungen), verschärfte Asyl- und Polizeigesetze, zunehmende Repression gegen Linke, stete Verschiebung der Grenzen des Sagbaren in Politik und Öffentlichkeit, steigende Akzeptanz für autoritäre Politik und Verschwörungstheorien…

Deshalb gehen wir am 16. März 2019 nach Eisenach, um gegen all dies zu demonstrieren: Gegen die Zustände in dieser Stadt, gegen die rechte Vorherrschaft, gegen das Schweigen der Mitte. Aber auch gegen Eisenach als ein Beispiel unter vielen, als Ausdruck der rassistischen Gesellschaft, des völkischen Friedens, des Zusammenhalts der ‚Volksgemeinschaft‘ gegen alles „Undeutsche“. Wir wollen die Antifaschist*innen vor Ort unterstützen, die lokalen Initiativen und Menschen in ihrem antifaschistischen Engagement bestärken! Sie stehen nicht allein!

Kommt nach Eisenach! Unterstützt uns! Fahrt mit uns!
Antifa in die Offensive!

„Wir werden das Urteil nicht anerkennen“

Anlässlich des Gedenkens an Mehmet Turgut, der am 25.02.2004 in Rostock
Toitenwinkel durch den NSU ermordet wurde, haben wir eine Veranstaltung mit „Das Schweigen durchbrechen“ organisiert. Der Vortrag über nichtstaatliches Gedenken an die Opfer des NSU findet am 27.02.2018 um 19 Uhr im Rahmen des POLDOs im Kartenraum des Peter-Weiss-Hauses statt.

„Wir werden das Urteil nicht anerkennen“ – Nichtstaatliches Gedenken an die Opfer des NSU

Zehn Menschen fielen den Morden des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ zum Opfer, purer Zufall verhinderte weitere Tote bei den drei bekannten Sprengstoffanschlägen. Als Brennglas gesellschaftlicher Verhältnisse verdichten sich im NSU-Komplex struktureller Rassismus, rechter Terror, Beihilfe staatlicher Organe sowie die engen Grenzen juristischer und politischer Aufarbeitung. Einen erinnerungspolitischen Unterschied zu den Pogromen und Brandanschlägen der 1990er-Jahre markieren der Staatsakt für die Opfer des Rechtsterrorismus in Berlin und die Errichtung kommunaler Denkmäler. Die Deutlichkeit, mit der den Hinterbliebenen des NSU-Terrors von Bundeskanzlerin Merkel Aufklärung versprochen wurde, lässt die unzähligen offenen Fragen im NSU-Komplex jedoch erst recht an Kontur gewinnen. Das zivilgesellschaftliche Beharren auf Antworten geht dabei nicht zuletzt von den Betroffenen selbst aus. Initiativen, die lokal in den Tatortstädten aktiv sind, und bundesweite Zusammenhänge wie das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ stehen für eine Hinwendung zu den Positionen der Menschen, die den rassistischen Terror überlebt oder Angehörige verloren haben. Der Vortrag wird versuchen, diesen Perspektivwechsel nichtstaatlicher Gedenkpolitik anhand verschiedener Beispiele nachvollziehbar zu machen.

Die Veranstaltung wird vom BDP MV finanziell unterstützt.

Liga Terezin

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren Bildungsfahrten nach Ravensbrück angeboten haben, werden wir dieses Jahr nach Terezín in Tschechien fahren. In Terezín befindet sich das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt sowie mehrere historische Ausstellungen und Gebäude. Theresienstadt diente der Propagandamaschinerie der Nazis als „Vorzeige-Lager“. Zu den kulturellen Aktivitäten in Terezin gehörten auch Fußballspiele zwischen den Gefangenen.

Am 24.01.2019 zeigen wir im Peter-Weiss-Haus zusammen mit dem Internationalen Rostocker F.C. die Dokumentation „LIGA TEREZIN“ über die Fußball-Liga im Konzentrationslager Theresienstadt. Die Filmvorführung erfolgt im Rahmen des Poldos und beginnt um 19 Uhr im Kartenraum. Dort wird es auch erste Informationen zu der Bildungsfahrt nach Terezin geben.

„LIGA TEREZIN“ ist ein Dokumentarfilm (2012, 52 Minuten), der die unglaubliche Geschichte der Fußball-Liga, die im Ghetto Theresienstadt (60 Kilometer nordwestlich von Prag) ausgetragen wurde, erzählt.

Von 1942 bis 1944 spielten jüdische Gefangene hunderte Fußballspiele auf improvisierten Feldern, die auf den Vorhöfen der Baracken, in denen sie lebten, aufgebaut wurden. Tausende von Zuschauern sahen eine Mischung aus professionellen Spielern und Amateuren und entkamen kurzzeitig der Realität ihrer schrecklichen Lage: Hunger, Krankheit und Tod. All das, während sie in einer Aura der Angst lebten, die durch den Terror der Transporte, die die Menschen nach „Osten“ in ihren sicheren Tod schickten, heraufbeschworen wurde.

Im Sommer 1944 drehten die Nazis einen Propagandafilm, der die kulturellen Aktivitäten im Ghetto beleuchtete. Oded Brenda identifizierte seinen Onkel in der Fußball-Sequenz und diese Entdeckung brachte ihn dazu Informationen über den Sport, der im Ghetto stattfand, aufdecken zu wollen. Er interviewte einige Holocaust-Überlebende, die im Ghetto Fußball gesehen und gespielt hatten, und Überlebende des Kamera-Teams des Films. Er hat auch Spiele in Prag und Amsterdam besucht, wo er sah wie heutige Zuschauer ihre antisemitischen Gefühle ausdrücken. In Amsterdam interviewte er den jüdischen Vorsitzenden von Ajax, der über die Reaktionen auf die Ajax-Fans, die sich selbst „Die Juden“ nennen, berichtete.

Breda hat die moderne Verbindung zwischen dem Holocaust und Fußball als einem Vehikel um den Spielern der Terezin Liga zu gedenken genutzt. Der Film illustriert die pädagogische Kraft, die die Möglichkeit bietet, wenn deutsche und israelische Jugendfußballspieler zusammen Yad Vashem besuchen.

Heute ist Fußball der weltweit am meisten geschaute Sport und die Liebe für das „Schöne Spiel“ hat die Macher des Film inspiriert, ihn den Spielern und Zuschauern der „LIGA TEREZIN“ zu widmen.

Der Film ist eine Zusammenarbeit zwischen Mike Schwartz, Avi Kanner, Uri Buzaglo und Rubi Gat, in Kooperation mit Beit Theresienstadt, Museum und Bildungszentrum in Israel. Das Team hat die Möglichkeit genutzt seine reiche Erfahrung in News-Beiträgen für CNN und BBC einzubringen und die Geschichte der zwei Themen zu erzählen, die ihnen am wichtigsten sind: „Der Holocaust und Fußball.“

Der Vortrag wird von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.